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Natürlich hat es uns gleich am ersten Tag voll erwischt. Bis "Schwarzer Grund" etwas nördlich von Grömitz hatten wir sehr guten Wind (5-6) aus der richtigen Richtung. Leider wurden daraus später einiges mehr - direkt aus West. Das hatte zur Folge, das wir zum Schluss unter Motor durch den "Fehmarn Sund" mussten. Hier und in der Hafeneinfahrt von Heiligenhafen stand durch den starken Westwind bedingt eine sehr steile und hohe Welle. Als wir durch eine der Wellen fuhren, brach Regina sich zu allem Überfluss auch noch durch eine ungeschickte Bewegung das Brustbein. Die nächsten Tage sind von Starkwindwarnungen geprägt. Also beschließen wir erstmal in Heiligenhafen zu bleiben. Viel an Freizeitgestaltung ist nicht drin, da es meist regnet. Im Gasthaus können wir das Halbfinale und Finale der Fußball WM miterleben. Am Funkgerät hören wir immer wieder, wie Rettungsaktionen durchgeführt werden. Was dabei am meisten verwundert, ist eine Rettungsaktion, wo ein Skipper ohne Karte losfährt, in schlechtes Wetter gerät und die Bundesmarine diesen dann per Radar bis in die Kieler Förde lotst. Auf die Frage welche Karten er denn an Bord hätte konnte er nicht einmal die Kartennummern nennen.
Die Fahrt nach Kiel verläuft völlig unspektakulär. Der Wind weht unbeständig aus SW bis S etwa mit Stärke 3. Kurz vor Kiel setzt er dann so gut wie ganz aus. Da unser Ziel der Yachthafen in der Schwentine ist müssen wir durch die ganze Förde motoren. Das Schießgebiet Todendorf müssen wir zum Glück nicht ganz umfahren. Wir passieren zwischen den Tonnen H9 und H3. Ein kurzer Anruf beim Sicherungsboot machte es möglich. Im Yachthafen trafen wir noch einmal Freunde vom TO. Somit verbrachten wir hier 2 Tage. Einer davon war verregnet.
Gleich bei der Einfahrt in den NOK gibt es erstmal Stress. Das Zeichen war nicht eindeutig und so fuhr hinter uns noch ein Frachter in die Schleuse. Daraufhin mussten wir sofort unsere Leinen wieder loswerfen und und innerhalb der Schleuse verholen. Auf den glitschigen Laufstegen machte sich Regina im Eifer des Gefechts dann erstmal lang. Aber keine bleibenden Schäden und weiter geht's. In Höhe km 67 (Rendsburg) existiert auf der Nordseite hinter einer Insel eine hervorragende Marina. In der Marina "Schreiber" liegt man geschützt und genießt einen von uns nicht erwarteten Komfort. Neben allen Versorgungsmöglichkeiten kann man hier Dieselbunkern und bekommt morgens die Brötchen ans Schiff gebracht. Landschaftlich ist die Marina recht idyllisch gelegen. So beschließen wir hier einen Tag zu verbringen, da der Wind uns am nächsten Tag laut Wetterbericht mit 5-6 genau auf die Nase pfeifen soll.
Endlos zieht sich der NOK durch Schleswig Holstein. Am späten Nachmittag erreichen wir Brunsbüttel. Das schlechte Wetter der letzten Tage sollte heute wohl seinen Ausgleich finden - Wir sitzen in der Plicht und hohlen uns einen Sonnenbrand. Am Abend gibt es dann zum Ausgleich ein schönes Gewitter. Und weil es damit nicht genug ist gewittert es den 10.07.2002 gleich weiter. Einige Boote die gegen Mittag Richtung Cuxhaven fuhren kommen gegen 16.00 Uhr ziemlich zerrupft zurück.
Nachmittags laufen wir aus. Etwa 4 nm hinter der Schleuse haben wir es dann - der Wind kommt mit starken Böen aus Nord. Daher, wo wir hinwollen - Cuxhaven. Nach vier Stunden Fahrt im Regen und mit Gegenwind sind wir dann gestern Abend endlich in Cuxhaven angelangt. Wie zum Hohn strahlt gleich nach dem Anlegen wieder die Sonne. Den Abend verbringen wir mit dem Klarieren der Leinen und gehen früh zu Bett. Die nächsten drei Tage verbringen wir wegen zu frühem Hochwasser (mitten in der Nacht) im Hafen. Am Samstag schauten noch einmal Jan und Renate bei uns an Bord vorbei.
Endlich ein Segeltag wie man ihn sich vorstellt. Nach passieren der Elbmündung segeln wir mit halben Wind (4-5 Bft.) aus Nord in Richtung Westen. Nach 12 Stunden gehen wir in Norderney ins Päckchen. Kaum angelangt hören wir schon wieder aus dem Wetterbericht die nächsten Starkwindwarnungen - währen wir doch bis Borkum durchgefahren. Das Seegatt von Norderney ist bei Nordwind sehr ungemütlich und durch unseren Tiefgang von fast 2 Metern ist uns auch der Weg durchs Watt hinter den Inseln versperrt. Was bleibt also, wir machen es uns in Norderney gemütlich. Der Andrang auf diesen Hafen ist außergewöhnlich hoch. Durch die Schlechtwetterwarnungen versuchen natürlich viele Skipper den Sicheren Hafen zu erreichen und nur wenige fahren hinter den Inseln weiter. Nach zwei Tagen ist der Hafen dermaßen überfüllt, das man fast zu Fuß über das Hafenbecken gehen kann. Das Wetter hält bis zum Freitag Abend an. Abends beginnen wir mit der Umordnung der Päckchen, da morgens einige schon 4.00 Uhr auslaufen wollen - und diese liegen natürlich ganz innen. Also drehen alle eine Runde und zum Schluss liegen wir (starten 10.00 Uhr) innen und die Frühaufsteher außen. zum Vergrößern auf die Fotos klicken:
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Copyright © Regina Behrens und Michael Krause |