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August / September 2002 Die Carmargue
letzte Aktualisierung am 11 Februar 2004

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Der Mistral begrüßt uns bei satten 33°C am Abend des 07.08.2002 in Port St. Louis. Die Marina "Port Napoleon", die uns in Holland als Anlaufstelle empfohlen wurde übernahm es noch am selben Abend unsere Antares ins Wasser zu bugsieren. Der bis zu 120 Tonnen tragende Travelift erledigte das in weniger als 15 min. Auch sonst machte sämtliches Auftreten des Personals der Marina vom ersten Augenblick an einen sehr professionellen Eindruck.

Den nächsten Tag nutzten wir um die ANTARES zum aufriggen vorzubereiten. Leider musste der nachmittägliche Krantermin verschoben werden, da am Vormittag zwei Regatta Bote mit 25 m Masten ausgerüstet wurden und dieses dann doch mehr Zeit in Anspruch nahm.

Am 10.08.2002 wurde dann also unser Mast aufgestellt. Wieder war das in wenigen Minuten erledigt, allerdings auch nur so, das der Mast draufsteht. Mit gemischten Gefühlen und einem schiefen Mast fuhren wir also zurück zum Steg, da der Platz vorm Kran gebraucht wurde. Den Rest des Tages beschäftige ich mich bei immer noch blasenden Mistral damit, den Mast auszurichten. Das Aufriggen ist danach schnell erledigt, optimistisch ziehen wir schon mal die Genua 1 ins Vorstag.

Leider bläst der Mistral auch noch die nächsten Tage, was ziemlich ungewöhnlich ist, wie uns die Einheimischen versichern. Also wird die Gegend erstmal zu Land erkundet. Das Röhndelta ist eine Landschaft, die man mögen muss. Ein Großteil der Fläche besteht aus Salinen und der Rest aus trockengelegten Sümpfen. Die Natur scheint intakt. Das Örtchen Port St. Louis ist ein typisch südfranzösisches Dorf mit freundlichen und hilfsbereiten Einwohnern. Außer dem Stadthafen und dem Supermarkt bietet es allerdings nicht viel. Allerdings bietet die Marina Port Napoleon eine ganz nette Gastronomie und gibt sich auch Mühe einen die Abende angenehm zu gestallten. Das beginnt bei einer täglichen Happy hour (2 Getränke zum Preis von 1) und endet beim Versuch eines Barbeques und anderen Veranstaltungen.

Anfang September ist der Motor dann endlich wieder repariert. Bei unserem ersten Versuch aufzubrechen stellten wir leider fest, dass Seewasser aus dem Kühlsystem über die Auspuffanlage in den Motorblock eingedrungen ist. Die Ursache hierfür war, dass die Zulaufleitung der Seewasserkühlung unterhalb der Wasserlinie verläuft. Das Problem ist beim Einsatz auf normalen Urlaubstörns wahrscheinlich nie aufgetreten, da die ANTARES nicht ganz so tief im Wasser lag, wie jetzt mit voller Langfahrt- Ausrüstung. Nun das Problem war leicht zu beheben. (Verlegen des Zulaufes und Einbau eines Seewasserfilters oberhalb der Wasserlinie)

Von Port Napoleon ging es dann nach St. Marines Sur La Mer. Diese kleine Stadt ist unserer Meinung nach auf jeden Fall einen Besuch Wert. Auch wenn die City auf Tourismus ausgelegt ist, empfindet man dieses jedoch nicht so aufdringlich wie in anderen Städten. In der Hochsaison muss es hier allerdings sehr voll sein, da rund um den Hafen in wirklich jedem Haus im Erdgeschoss ein Restaurant oder Straßenkaffee ist. Mitte September waren diese aber allerdings ziemlich leer und man fragt sich wie die Inhaber das verkraften. Eine Attraktion des Ortes ist zweifelsohne die Stierkampfarena direkt am Meer. Der Hafen ist überschaubar und wenn man sich über VHF 09 anmeldet steht ein Marinero am Steg und nimmt dem Gastlieger die Leinen ab, worüber wir sehr dankbar waren, da das unser erster Versuch war "Römisch Katholisch" (mit Heck zur Pier und Mooringleine am Bug) anzulegen. Klappte aber ganz gut, auch wenn sich die ANTARES rückwärts sehr eigenwillig benimmt.

Dann ging es weiter nach Port Carmargue. Ein Hafen für 4500 Yachten, um den eine kleine Stadt herum entstanden ist. Diese ist mit Kanälen durchzogen und bietet guten Schutz gegen den Mistral. (NW-Wind im westl. Mittelmeer, welcher aus strahlend blauem Himmel Böen der Stärke 9 und 10 erreichen kann. Entsteht, wenn über Frankreich ein Hoch- und über Süd-Italien ein Tiefdruckgebiet ist.) Das konnten wir in der folgenden Woche auch gleich testen. Und zwar auf dem schlechtesten Platz im ganzen Hafen (Steg 0 ganz vorn in Richtung Nord-West). Es stimmt. Wir waren gut geschützt und wurden nicht auf den Steg gedrückt. Allerdings ist unsere Erfahrung daraus, dass man mit dem Bug zur Pier noch ruhiger gelegen hätte und ruhiger hätte schlafen können, da unser Ruder unter Wasser über das Heck hinausreicht. An einer gemauerten Pier hätte es wohl Bruch gegeben.

Port Carmargue selbst bietet gute Versorgungsmöglichkeiten und hat eine gute Gastronomie. Besonders zu empfehlen ist das Restaurant am Quai de Escale ca. 200 Meter vor der Capitanerie. Das Centre Commerzial ist von den Gastliegeplätzen zu Fuß in 5-10 Minuten zu erreichen, allerdings etwas hinter Wohnblöcken versteckt. Von Baguette bis tägl. frischen Fisch kann man hier alles bekommen, die Preise sind moderat.

Irgendwann hörte dann auch wieder der Mistral auf und wir setzten Segel nach Cap'd Agde. Bei stärkeren Seegang sollte man von Norden kommend vor der Ansteuerung des Cap und der dahinter liegenden Hafeneinfahrt auf die schlecht zu sehenden Markierungen der Fischernetze direkt vor der Küste achten und einen Kurs ca. 1,5 nm von der Küste entfernt wählen und erst nachdem man exakt West anlegen kann die Hafeneinfahrt ansteuern. Von der Insel "Ile de Brescou" südlich der Hafeneinfahrt  sollte man sich gut freihalten. (Untiefen) Auch beim Verlassen des Hafens Richtung Süd sollte man diese Insel östlich umfahren, wenn man mehr als 2 Meter Tiefgang hat. (Tip vom Hafenmeister, der mit seiner PS-starken Barkasse dort öfter Freischleppaktionen durchführt. Im Hafen kann man direkt nach der Einfahrt an Steuerbord bei der Capitanerie 1 festmachen und sich einen Platz in diesem Gebiet zuweisen lassen, oder man fährt den Hauptkanal entlang bis ins Zentrum. Dort liegt man direkt vor der Geschäftsstraße mit Restaurants, Bars und vielen kleinen Shops. Ein Supermarkt (Casino) ist zu Fuß gut zu erreichen. 

Der Ort Cap'd Agde ist auf Tourismus ausgelegt und die Preise dementsprechend. In den Restaurants sollte man vom bestellen eines Touristic Menüs allerdings trotz des Preises von 6.90€ oder gerade deswegen Abstand nehmen. Man wird nicht satt und die Qualität ist mässig. Ganz anders war die Erfahrung in einem Elsässer Restaurant (von der Capitanerie kommend nach links ca. 100 Meter die Pier entlang) hier gab es für ca. 10€ Sauerkraut und Eisbein bis zum Platzen.

Wenn man in Cap'd Agde etwas Zeit hat lohnt sich auf jeden Fall ein Ausflug auf das Cap. Von hier kann man die herrliche Aussicht genießen oder einen Tunnel entlang zum Strand unter den Klippen gehen und in einer geschützten Bucht auch im Oktober noch Baden, ohne am Strand zu frösteln. Die Festung auf der "Ile de Brescou" kann man mittels der Ausflugsboote die ebenfalls im Stadtzentrum liegen besuchen und besichtigen. Ein Anlaufen mit eigenem Boot ist nicht erwünscht.

zum Vergrößern auf die Fotos klicken:

Wenn man in Port Carmargue an dieser Stelle Festmachen muss wird man meist in den Schlaf geschaukelt
Das Cap d'Agde von Land aus gesehen
Die Hafeneinfahrt von Cap d'Agde und die "Ile de Brescou"
Abschied von Cap d'Agde

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Copyright © Regina Behrens und Michael Krause
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