|

Nachdem wir uns nun von Cap'd Agde getrennt haben sind wir nun weiter
Richtung Süden unterwegs. Unser nächstes Ziel ist Cap Creus.
Da die Wetterlage im Herbst in dieser Gegend nicht mehr so stabil ist, fahren
wir in kleinen Tagesetappen Richtung Süden. Das diese Entscheidung richtig ist,
erfahren wir auch gleich am Morgen nach unserer Ankunft in Port Leucate. Der
Mistral bläst wieder einmal. Also stellen wir uns auf ein paar Tage in einer
etwas verlassenen Marina ein. Verlassen aber nur deshalb, weil wir bereits den
20. Oktober schreiben. Ein Schweitzer Sportsfreund erzählt uns, dass während der
Saison hier kaum Plätze in der Marina zu bekommen sind. Auch das Bassin Sud ist
meist ausgebucht. Dies scheint an den nicht ganz so hohen Hafengeldern zu
liegen. Obgleich die in der Saison für unsere Antares fälligen 25 € immer noch
recht viel sind. Aber nun haben wir keine Saison mehr, zahlen 11€ wie im Sommer
in Travemünde und haben die Marina fast für uns für die nächsten Tage.
Zeit für kleinere Schönheitsoperationen, Pflege und Wartung am Boot sowie einen
Ausflug in den "Etang de Sales Leucate" einen kleinen Salzsee mit Verbindung zum
Mittelmeer, geschützt hinter der Küstenlinie. Wie immer hat die Antares für
solche Aktionen zu viel Tiefgang also nehmen wir das Schlauchboot.
Nach fünf Tagen klingt der Mistral - der hier schon mehr Tramontan ist - ab
und wir machen uns auf, weiter in Richtung LLanca. Leider schlägt das Wetter
gegen Mittag um, und es bläst uns mit 6 Bft. direkt auf die Nase. Da es auch
noch nach Regen aussieht drehen wir ab nach "Carnet en Rossilion". Da es dann
aber tatsächlich regnet und auch ungemütlich wird, sehen wir von diesem Ort nicht
viel. Erwähnenswert ist für die Freunde der Multihulls, dass es hier eine
speziell auf die Bedürfnisse von Mehrrumpfbooten eingerichtete Marina gibt.
Am nächsten Morgen sieht das Wetter zwar noch nicht optimal aber dennoch
freundlicher aus. Wir beschließen uns in das etwa 5nm südlichere St. Cyprien zu
verholen. Wenn man unter Zeitdruck steht sollte man das unterlassen, da dies
wieder mal ein Hafen ist, der zum Verweilen einlädt. Der Hafen ist in einer
Lagune gelegen, und die Geschäftsstrassen liegen direkt am Hafen, aber nicht zu
dicht an unserem Liegeplatz direkt vor dem Zolloffice.
!!! Bei dieser Gelegenheit soll gleich mal mit dem Mythos des unfreundlichen
französischen Zollbeamten aufgeräumt werden. Wir wurden einmal in Cap'd Agde und
einmal in St. Cyprien kontrolliert. Die Beamten waren in beiden fällen
freundlich und beschränkten sich auf das Lesen der Pässe und des
Flaggenzertifikates. Die Beamten in Cap'd Agde interessierten sich mehr für
unsere Reise und die Kontrolle lief nebenbei, die Beamten in St. Cyprien
schauten kurz an der Pier in die Dokumente und waren auch schon wieder
verschwunden.
Hier in St. Cyprien merkt man auch gleich wieder, das man im Süden ist. Die
Temperaturen überschreiten Tagsüber wieder regelmäßig die 20°C Marke und wir
haben Ende Oktober. Der Tramontan weht einige male heftig über das Hafenbecken
und wir warten das nächste Zeitfenster ab, um nach Spanien zu fahren.
Am 01.11.2002 kommt dann auch ein schöner Tag, allerdings gleich so schön, dass
wir den Perkins setzen und mit Unterwassergenua nach Llanca motoren.
Wenn man einen Hafen in Spanien nördlich des Cap Creus aufsucht, sollte man Llanca auswählen. Gerade jetzt im Herbst bietet dieser Hafen den meisten Schutz
gegen nördliche Winde. Der Hafen ist klein und überschaubar und Pacco hilft beim
Anlegen. Die Häfen in Port de la Selva und Port Bou sind nach Norden hin recht
offen und mehr für die ortsansässigen Fischer gedacht. Wenn man aus dem Troubel
der französichen Superhäfen mit Ihren tausenden von Liegeplätzen kommt, ist so
ein kleiner Hafen wie Llanca (350 Plätze und die meisten für Boote unter 10 m)
mal eine ganz neue Erfahrung. Aber auch angenehm. Nach einigen Tagen wird man in
Laden an der Ecke mit Namen begrüßt und bleibt auch gern auf ein Schwätzchen,
soweit die Sprachkenntnisse bzw. Hände und Füße reichen. Die Landschaft um
Llanca ist als Nationalpark ausgewiesen und man sollte sich Zeit nehmen, die
Umgebung an Land und zu Fuß zu erkunden.
Die Umgebung rund um das Cap Creus, welches ebenfalls zum Nationalpark gehört
bietet eine Vielzahl an geräumigen Ankerbuchten und wenn man dicht an der Küste
fährt ein abwechslungsreichen Bild. Eine Detailkarte ist allerdings aufgrund
vieler vorgelagerter Felsen erforderlich. Diese Karten hält der kleine Shop in LLanca im Maßstab 1: 20000 für 20 € bereit. Im Herbst und Winterhalbjahr sollte
man die nördlichen Bucht nur bei guten Wettervorhersagen als Platz für die Nacht
auswählen, das sie nur wenig Schutz nach Norden bieten. Wir haben im Hafen von
Llanca an drei aufeinander folgenden Tagen Winde aus Nord mit 10 bis mehr als 12
Bft. erlebet. Zum Glück waren wir gut vertäut.
Das Cap Creus selbst sollte man bei einigermaßen moderatem Wetter umfahren
oder sich sehr weit von der Küste freihalten. Die Passage zwischen den
vorgelagerten Inseln ist bei gutem Wetter möglich, kann aber bei Winden ab 4 aus
SO ziemlich nass werden, da dann eine hohe Brandung zwischen den Inseln
aufkommt. Bei östlichen Winden steht auf der NO Seite des Capes immer eine hohe
Dünung, da die Meerestiefe hier von 500 M innerhalb von weniger als 3 nm bis zum
Ufer ansteigt. Wir sind sehr bequem bei SW Wind 3-4 ums Cap gefahren und haben
dabei Kaffee getrunken. Der nächste Hafen, den wir anlaufen ist Ampuriabrava,
hier werden wir uns neu verproviantieren und die Ausrüstung ergänzen.
zum Vergrößern auf die Fotos klicken:

|