SY ANTARES WEBSITE
Sept./ Okt. 2002 - Auf nach Spanien
letzte Aktualisierung am 11 Februar 2004

Home
Das Schiff
Die Crew
Reiseberichte
Weblinks
Feedback
Suchen im Web

Zurück Weiter

Nachdem wir uns nun von Cap'd Agde getrennt haben sind wir nun weiter Richtung Süden unterwegs. Unser nächstes Ziel ist Cap Creus.

Da die Wetterlage im Herbst in dieser Gegend nicht mehr so stabil ist, fahren wir in kleinen Tagesetappen Richtung Süden. Das diese Entscheidung richtig ist, erfahren wir auch gleich am Morgen nach unserer Ankunft in Port Leucate. Der Mistral bläst wieder einmal. Also stellen wir uns auf ein paar Tage in einer etwas verlassenen Marina ein. Verlassen aber nur deshalb, weil wir bereits den 20. Oktober schreiben. Ein Schweitzer Sportsfreund erzählt uns, dass während der Saison hier kaum Plätze in der Marina zu bekommen sind. Auch das Bassin Sud ist meist ausgebucht. Dies scheint an den nicht ganz so hohen Hafengeldern zu liegen. Obgleich die in der Saison für unsere Antares fälligen 25 € immer noch recht viel sind. Aber nun haben wir keine Saison mehr, zahlen 11€ wie im Sommer in Travemünde und haben die Marina fast für uns für die nächsten Tage. Zeit für kleinere Schönheitsoperationen, Pflege und Wartung am Boot sowie einen Ausflug in den "Etang de Sales Leucate" einen kleinen Salzsee mit Verbindung zum Mittelmeer, geschützt hinter der Küstenlinie. Wie immer hat die Antares für solche Aktionen zu viel Tiefgang also nehmen wir das Schlauchboot.

Nach fünf Tagen klingt der Mistral - der hier schon mehr Tramontan ist - ab und wir machen uns auf, weiter in Richtung LLanca. Leider schlägt das Wetter gegen Mittag um, und es bläst uns mit 6 Bft. direkt auf die Nase. Da es auch noch nach Regen aussieht drehen wir ab nach "Carnet en Rossilion". Da es dann aber tatsächlich regnet und auch ungemütlich wird, sehen wir von diesem Ort nicht viel. Erwähnenswert ist für die Freunde der Multihulls, dass es hier eine speziell auf die Bedürfnisse von Mehrrumpfbooten eingerichtete Marina gibt.

Am nächsten Morgen sieht das Wetter zwar noch nicht optimal aber dennoch freundlicher aus. Wir beschließen uns in das etwa 5nm südlichere St. Cyprien zu verholen. Wenn man unter Zeitdruck steht sollte man das unterlassen, da dies wieder mal ein Hafen ist, der zum Verweilen einlädt. Der Hafen ist in einer Lagune gelegen, und die Geschäftsstrassen liegen direkt am Hafen, aber nicht zu dicht an unserem Liegeplatz direkt vor dem Zolloffice.

!!! Bei dieser Gelegenheit soll gleich mal mit dem Mythos des unfreundlichen französischen Zollbeamten aufgeräumt werden. Wir wurden einmal in Cap'd Agde und einmal in St. Cyprien kontrolliert. Die Beamten waren in beiden fällen freundlich und beschränkten sich auf das Lesen der Pässe und des Flaggenzertifikates. Die Beamten in Cap'd Agde interessierten sich mehr für unsere Reise und die Kontrolle lief nebenbei, die Beamten in St. Cyprien schauten kurz an der Pier in die Dokumente und waren auch schon wieder verschwunden.

Hier in St. Cyprien merkt man auch gleich wieder, das man im Süden ist. Die Temperaturen überschreiten Tagsüber wieder regelmäßig die 20°C Marke und wir haben Ende Oktober. Der Tramontan weht einige male heftig über das Hafenbecken und wir warten das nächste Zeitfenster ab, um nach Spanien zu fahren.

Am 01.11.2002 kommt dann auch ein schöner Tag, allerdings gleich so schön, dass wir den Perkins setzen und mit Unterwassergenua nach Llanca motoren.

Wenn man einen Hafen in Spanien nördlich des Cap Creus aufsucht, sollte man Llanca auswählen. Gerade jetzt im Herbst bietet dieser Hafen den meisten Schutz gegen nördliche Winde. Der Hafen ist klein und überschaubar und Pacco hilft beim Anlegen. Die Häfen in Port de la Selva und Port Bou sind nach Norden hin recht offen und mehr für die ortsansässigen Fischer gedacht. Wenn man aus dem Troubel der französichen Superhäfen mit Ihren tausenden von Liegeplätzen kommt, ist so ein kleiner Hafen wie Llanca (350 Plätze und die meisten für Boote unter 10 m) mal eine ganz neue Erfahrung. Aber auch angenehm. Nach einigen Tagen wird man in Laden an der Ecke mit Namen begrüßt und bleibt auch gern auf ein Schwätzchen, soweit die Sprachkenntnisse bzw. Hände und Füße reichen. Die Landschaft um Llanca ist als Nationalpark ausgewiesen und man sollte sich Zeit nehmen, die Umgebung an Land und zu Fuß zu erkunden.

Die Umgebung rund um das Cap Creus, welches ebenfalls zum Nationalpark gehört bietet eine Vielzahl an geräumigen Ankerbuchten und wenn man dicht an der Küste fährt ein abwechslungsreichen Bild. Eine Detailkarte ist allerdings aufgrund vieler vorgelagerter Felsen erforderlich. Diese Karten hält der kleine Shop in LLanca im Maßstab 1: 20000 für 20 € bereit. Im Herbst und Winterhalbjahr sollte man die nördlichen Bucht nur bei guten Wettervorhersagen als Platz für die Nacht auswählen, das sie nur wenig Schutz nach Norden bieten. Wir haben im Hafen von Llanca an drei aufeinander folgenden Tagen Winde aus Nord mit 10 bis mehr als 12 Bft. erlebet. Zum Glück waren wir gut vertäut.

Das Cap Creus selbst sollte man bei einigermaßen moderatem Wetter umfahren oder sich sehr weit von der Küste freihalten. Die Passage zwischen den vorgelagerten Inseln ist bei gutem Wetter möglich, kann aber bei Winden ab 4 aus SO ziemlich nass werden, da dann eine hohe Brandung zwischen den Inseln aufkommt. Bei östlichen Winden steht auf der NO Seite des Capes immer eine hohe Dünung, da die Meerestiefe hier von 500 M innerhalb von weniger als 3 nm bis zum Ufer ansteigt. Wir sind sehr bequem bei SW Wind 3-4 ums Cap gefahren und haben dabei Kaffee getrunken. Der nächste Hafen, den wir anlaufen ist Ampuriabrava, hier werden wir uns neu verproviantieren und die Ausrüstung ergänzen.

zum Vergrößern auf die Fotos klicken:


Sonnenaufgang in Canet en Roussillion

Sonnenaufgang in St. Cyprien

Letzter Blick auf Frankreich

Kurs Spanien

Die spanische Grenze

 


Der erste Hafen in Spanien "Llanca"

 


Der Ort Llanca

 


Llanca von See aus gesehen

Bilder aus dem Nationalpark rund um Llanca und Cap Creus
 

Das Cap Creus von See
 

Zurück Weiter

 

Copyright © Regina Behrens und Michael Krause
Nachdruck und Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Verfasser.